Über den Autor der Paneurhythmie

                                        DER GEISTESLEHRER PETER DUNOV


Peter Konstantinov Dunov wurde am 11. Juli 1864 im Dorf Hadertscha (jetzt Nikolaewo), Bezirk Warna, in der Familie des Geistlichen Konstantin Dunowski geboren. Seine Mutter Dobra war die Tochter von Atanas Georgiev, dem Bürgermeister von Hadertscha und Begründer der ersten bulgarischen Schule in der Umgebung von Warna. Sein Vater, Konstantin Dunowski, hat in der Kirche in Warna den ersten Gottesdienst in bulgarischer Sprache abgehalten und war einer der Vorkämpfer für religiöse Unabhängigkeit und ein selbstständiges bulgarisches Bildungswesen.


Nach Abschluss des Gymnasiums in Swischtov reiste Peter Dunov 1888 nach Amerika, um an der Hochschule der Methodisten in Madison, New Jersey, Theologie zu studieren. Anschließend studierte er an der Universität Boston vier Semester Medizin. 1895 kehrte er nach Bulgarien zurück. Ein Jahr später erschien sein Buch Wissenschaft und Erziehung. Die Jahre bis 1900 waren die Zeit einer tiefen inneren Umwandlung und Reifung, während der er sich seiner geistigen Mission bewusst wurde. In den darauf folgenden elf Jahren durchreiste Peter Dunov Bulgarien und hielt zahlreiche Vorträge und Vorlesungen über geistige Themen und Phrenologie. Die Reisen halfen ihm, die Psychologie des bulgarischen Volkes kennen zu lernen und seine phrenologischen Kenntnisse zu erweitern. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen erschienen 1901 in der Zeitschrift Rodina, in der er fünf Artikel unter dem Titel Köpfe und Gesichter veröffentlichte.


1899 trafen sich in Warna drei seiner Anhänger zum ersten Mal. Seitdem fanden diese Treffen, zu denen zunächst nur zehn Leute und danach Hunderte von Teilnehmern kamen, jährlich statt. So begannen die Sommerzusammenkünfte der Geistigen Kette, die die Grundlage der Gemeinschaft Weiße Brüderschaft bildete. Wegen der ungewöhnlichen Tiefe und Innigkeit, die die Gespräche mit Peter Dunov prägten, nannten ihn seine Anhänger den Meister – eine Bezeichnung, die bis heute erhalten geblieben ist. In der Person von „Herrn Dunov“ erkannten sie ihren geistigen Lehrer.


Ab 1904 war Peter Dunov in Sofia ansässig und nach 1911 hielt er öffentliche Sonntagsreden, die um 10 Uhr begannen und etwa eine Stunde dauerten. 1922 legte er den Grundstein zur geistigen Schule der Weißen Brüderschaft, in der theoretische Kenntnisse mit geistigen Praktiken, Methoden der Selbstvervollkommnung, Übungen zur Entwicklung des Körpers, des Geistes sowie zur Emotionskontrolle verbunden waren.


Ab 1922 führte der Lehrer seine Schüler regelmäßig in die Berge: ins Vitoscha-Gebirge und auf den Mussala-Gipfel. Seit 1929 wurde jedes Jahr ein Sommerlager im Rila-Gebirge in der Umgebung der Sieben Seen von Rila eingerichtet. Es stellte „eine geistige Sommerschule” dar, in der die Schüler angeregt wurden, eine engere Verbindung mit der Natur einzugehen, sich deren Reichtum zunutze zu machen, mit den ungünstigen Gebirgsbedingungen fertig zu werden sowie an ihren gegenseitigen Beziehungen zu arbeiten.


1922 begann Peter Dunov, der Brüderschaft die ersten Elemente der Paneurhythmie in Form von Liedern vorzuführen, die von Bewegungen begleitet wurden und später als Übungen Eingang fanden. Systematischer wurde dieser Prozess jedoch 1927 und dauerte mit gewissen Unterbrechungen bis in die dreißiger Jahre an. So entstand 1932 auf der Wiese von Izgrev bei Sofia der Kreistanz der Paneurhythmie. Die erste Beschreibung der paneurhythmischen Bewegungen von 1933 stammt von einem unbekannten Autor. In ihr ist zu erkennen, dass manche Übungen in einigen Varianten erscheinen, wobei diese allmählich entfielen und neue Elemente eingeführt wurden, d. h. die Paneurhythmie war keine steif vorgeschriebene Form, sondern ständig in einem Prozess der Entwicklung und Vervollkommnung begriffen. Sie wird zur Zeit auf allen fünf Kontinenten getanzt.


Im Winter des Jahres 1944 liess Peter Dunov diese Welt. Seine letzten Worte waren: „Eine kleine Arbeit hat einen guten Abschluss gefunden.“ Am frühen Morgen des 27. Dezember legte sein Geist den irdischen Körper ab.